BPC-157
Klinischer Überblick
Überblick
BPC-157 (Body Protection Compound-157) ist ein synthetisches Peptid, das eine fragmentierte Sequenz eines körpereigenen Magensaft-Proteins nachahmt. Es besteht aus 15 Aminosäuren (Pentadecapeptid) und wurde in präklinischen Studien vor allem für seine potenziell gewebeschützenden, regenerative und entzündungsmodulierenden Eigenschaften untersucht. BPC-157 ist Gegenstand zahlreicher Tierstudien, die Effekte auf Wundheilung, Sehnen- und Muskelregeneration, gastrointestinale Schutzmechanismen sowie neuroprotektive Effekte beschreiben. Für den Menschen liegen nur begrenzte, nicht ausreichend kontrollierte Daten vor; es ist kein von großen Regulierungsbehörden zugelassenes Arzneimittel.
Chemische Eigenschaften
- Chemische Bezeichnung: Pentadecapeptid, abgeleitet aus einem Magensaft-Fragment (häufig angegebene Sequenz: Gly-Glu-Pro-Pro-Pro-Gly-Lys-Pro-Ala-Asp-Asp-Ala-Gly-Leu-Val; Abkürzung: GEPPPGKPADDAGLV)
- Summenformel: abhängig von der genauen Protonierung und Salzform; für das neutrale Peptid wird häufig eine ungefähre Molekularmasse angegeben.
- Molekulargewicht: ca. 1419–1420 Da (variiert je nach Quelle und Salzform)
- Strukturtyp: lineares Pentadecapeptid (15 Aminosäuren), keine Disulfidbrücken
- physikochemische Eigenschaften:
- wasserlöslich (als freies Peptid oder als Salz)
- empfindlich gegenüber Proteasen → begrenzte Stabilität in proteolytischen Umgebungen
- Verfügbare Darreichungsformen im experimentellen/unerlaubten Handel:
- Lyophilisiertes Pulver (für Rehydratation)
- Lösungen für Injektion (subkutan, intramuskulär, intraperitoneal) in diversen, nicht standardisierten Präparaten
- Oral (Berichte über Kapseln oder flüssige Präparate; Bioverfügbarkeit und Stabilität oral sind nicht klar etabliert)
Tabelle: Kernparameter
| Eigenschaft | Wert / Beschreibung |
|---|---|
| Aminosäuresequenz | GEPPPGKPADDAGLV (häufig zitierte Sequenz) |
| Anzahl Aminosäuren | 15 |
| Molekulargewicht | ca. 1419–1420 Da |
| Löslichkeit | wasserlöslich (als Salz/lyophilisiert) |
| Stabilität | proteolytisch empfindlich; variable Stabilität je nach Formulierung |
| Übliche experimentelle Applikationswege | i.p., s.c., i.m., oral (experimentell) |
Hinweis: Aufgrund fehlender Standardisierung der kommerziell gehandelten Produkte können Reinheit, Salzform und Wirkstoffgehalt stark variieren.
Wirkmechanismus
Der genaue molekulare Wirkmechanismus von BPC-157 ist bislang nicht vollständig etabliert und entstammt überwiegend präklinischen Studien. Mehrere, teils überlappende Mechanismen werden in der Literatur diskutiert:
-
Angiogenese-Förderung:
- BPC-157 scheint die Bildung neuer Blutgefäße zu fördern (pro-angiogene Aktivität), unter anderem durch Beeinflussung von vaskulären Endothelwachstumsfaktoren (VEGF) und Gefäßbildungswege. Dies wird als ein zentraler Mechanismus für die beschleunigte Heilung von verletztem Gewebe angesehen.
-
Modulation des NO-Systems:
- Hinweise deuten darauf hin, dass BPC-157 mit dem Stickstoffmonoxid(N O)-Signalweg interagiert, wobei sowohl Induktion als auch Schutzwirkungen auf NO-abhängige Prozesse beschrieben wurden. Über die Beeinflussung von NO kann BPC-157 Gefäßtonus, Durchblutung und Entzündungsreaktionen modulieren.
-
Einfluss auf Wachstumsfaktor- und Signaltransduktionswege:
- Aktivierung oder Modulation von Signalkaskaden wie MAPK/ERK, Akt/PKB, FAK (Focal Adhesion Kinase) und Src werden berichtet. Diese Signalwege sind zentral für Zellmigration, Proliferation, Überleben und die Synthese von extrazellulärer Matrix (z. B. Kollagen).
-
Zytoprotektive und entzündungsmodulierende Effekte:
- In Tiermodellen schützt BPC-157 Magen-Darm-Schleimhaut vor diversen Schädigungen (z. B. Ulzera, Toxine), reduziert Entzündungsmarker und fördert Reparaturprozesse. Mechanismen hierfür können direkte Schutzwirkung auf Epithelzellen sowie modulation von pro- und antiinflammatorischen Zytokinen sein.
-
Einflüsse auf Sehnen-, Muskel- und Knochenheilung:
- BPC-157 steigert in Tiermodellen die Fibroblastenmigration, Kollagensynthese und die Organisation des Heilungsgewebes, was zu verbesserter Festigkeit und schnelleren Heilungsraten von Sehnen und Bändern führen kann. Wechselwirkungen mit Tenozyten- und Myozyten-Signalwegen werden vermutet.
-
Neuroprotektive Effekte:
- In einigen präklinischen Studien wurden neuroprotektive Effekte beobachtet, inklusive Einfluss auf Dopamin- und Serotoninsysteme sowie Schutz gegen neurotoxische Schäden. Exaktheit und Relevanz für den Menschen sind noch unklar.
Wichtig: Viele Berichte stammen aus Tiermodellen (Mäuse, Ratten) oder In-vitro-Studien; direkte Übertragbarkeit auf den Menschen ist nicht belegt. Die molekularen Zielproteine und Rezeptoren sind nicht eindeutig charakterisiert, weshalb BPC-157 eher als pleiotropes, multifaktorielles modulierendes Peptid beschrieben wird.
Medizinische Informationen
Klinische Daten:
- Bisher existieren nur sehr wenige kontrollierte klinische Studien am Menschen. Die überwältigende Mehrzahl der publizierten Daten kommt aus Tierexperimenten und in-vitro-Studien. Aufgrund des Mangels an hochwertigen klinischen Daten sind medizinische Aussagen zur Wirksamkeit und Indikationen beim Menschen spekulativ.
Mögliche Indikationen (auf Basis präklinischer Daten und vorläufiger Berichte):
- Förderung der Heilung von Sehnen-, Muskel- und Bandverletzungen
- Unterstützung der Wundheilung (einschließlich Haut und perioperativer Wunden)
- Schutz und Heilung von gastrointestinalen Läsionen (z. B. Ulzera)
- Mögliche neuroprotektive Anwendungen (experimentell)
- Reduktion von Entzündung in bestimmten Kontexten
Applikationswege und Dosierung (präklinisch / experimentell):
- In Tierstudien wurden verschiedene Applikationswege untersucht: intraperitoneal (i.p.), subkutan (s.c.), intramuskulär (i.m.), und oral. Die Applikationsfrequenz und Dosisvarianten sind sehr heterogen; es gibt kein etabliertes, evidenzbasiertes Dosierungsschema für den Menschen.
- In der nicht-klinischen / Forschungsszene werden häufig niedrige Mikrogramm- bis Milligrammbereiche pro Kilogramm Körpergewicht verwendet, doch direkte Umrechnung und sichere Übertragbarkeit auf den Menschen sind nicht definiert.
Interaktionen:
- Konkrete Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind kaum beschrieben. Aufgrund der möglichen Modulation von Wundheilungs- und Gefäßsignalen könnten theoretisch Interaktionen mit Antikoagulanzien, Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAIDs), Angiogenese-modulierenden Substanzen oder NO-beeinflussenden Medikamenten bestehen, jedoch sind belastbare Daten nicht vorhanden.
Klinische Vorsicht:
- Wegen fehlender geprüfter Formulierungen, standardisierter Dosierungen und kontrollierter Studien sollte BPC-157 in der klinischen Praxis nicht routinemäßig angewendet werden. Die Verwendung durch Patienten außerhalb klinischer Studien birgt Unsicherheiten bezüglich Wirksamkeit, Reinheit und Sicherheit.
Sicherheitsprofil
Toxizität:
- In Tierstudien wurden keine akuten, lebensbedrohlichen Toxizitäten bei häufig untersuchten Dosen beobachtet, doch systematische Langzeittoxizitätsstudien, Karzinogenitätsstudien und reproduktionstoxikologische Untersuchungen für BPC-157 sind unzureichend oder fehlen weitgehend.
- Fehlende standardisierte Studien zu chronischer Anwendung, Immunogenität (Antikörperbildung gegen das Peptid), sowie potenziellen Langzeitnebenwirkungen.
Nebenwirkungen (berichtet / theoretisch):
- In Internetberichten und nicht-systematischen Berichten werden lokale Reaktionen an Injektionsstellen (Schmerzen, Rötung), Kopfschmerzen, Schwindel oder Magen-Darm-Beschwerden genannt. Diese Beobachtungen sind jedoch nicht durch kontrollierte Studien validiert.
- Theoretische Risiken umfassen Infektionsrisiko durch nicht sterile Applikation, immunologische Reaktionen, fehlerhafte Dosis/Verunreinigung bei nicht regulierten Produkten sowie mögliche unerwünschte Gefäß- oder Wachstumsfaktor-Modulation.
Qualitäts- und Reinheitsprobleme:
- Viele online verkaufte Produkte sind als Forschungskits oder „Research Chemicals“ deklariert; sie unterliegen nicht der pharmazeutischen Qualitätskontrolle. Chargenvariabilität, Kontamination durch bakterielles Endotoxin oder unsachgemäße Lagerung (Instabilität bei Feuchtigkeit/Temperatur) sind reale Risiken.
Sicherheitsempfehlungen:
- Aufgrund unvollständiger Sicherheitsdaten sollte BPC-157 nur im Rahmen gut kontrollierter, ethisch genehmigter klinischer Studien verwendet werden.
- Patienten und Anwender sollten auf sterile Applikation, Laborprüfung von Produkten (Reinheit) und ärztliche Aufsicht achten.
- Schwangere, stillende Personen und Kinder sollten BPC-157 nicht verwenden, da die Reproduktions- und Entwicklungstoxizität nicht ausreichend untersucht ist.
Rechtsstatus
- Zulassung: BPC-157 ist derzeit nicht als Arzneimittel durch große Regulierungsbehörden wie die FDA (USA), EMA (EU) oder vergleichbare Institutionen zugelassen. Es existiert keine formelle Zulassung für therapeutische Indikationen beim Menschen.
- Handel und Vermarktung: Das Peptid wird häufig online als „Research Chemical“, „Peptid“ oder für Forschungszwecke verkauft. Verkäufer kennzeichnen Produkte oft mit Haftungsausschlüssen, dass sie nicht für den menschlichen Gebrauch bestimmt seien. Die rechtliche Situation variiert länderspezifisch; in vielen Ländern ist der Verkauf an Privatpersonen nicht explizit reguliert, doch der Vertrieb als Arzneimittel ohne Zulassung ist illegal.
- Dopingkontrolle / Sport:
- Die World Anti-Doping Agency (WADA) führt eine Liste verbotener Substanzen und Wirkstoffklassen, einschließlich vieler Peptide, Wachstumsfaktoren und Mimetika. Obwohl BPC-157 nicht in jedem Jahresdokument namentlich aufgeführt sein mag, fällt es je nach Klassifikation unter die Kategorie „Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Substanzen und Mimetika“ oder könnte als nicht zugelassenes leistungssteigerndes Peptid betrachtet werden. Athleten sollten vor Verwendung unbedingt die aktuelle WADA-Liste und nationale Anti-Doping-Regularien prüfen.
- Forschung und klinische Studien: Institutionelle Review Boards (IRBs) und nationale Arzneimittelbehörden genehmigen klinische Studien mit BPC-157 nur nach sorgfältiger Prüfung. Öffentlich zugängliche, registrierte klinische Studien mit ausreichender Methodik sind bislang rar.
Zusammenfassung und Forschungsbedarf
BPC-157 ist ein vielversprechend erscheinendes experimentelles Peptid mit zahlreichen präklinischen Befunden, die gewebeschützende, angiogene, entzündungsmodulierende und regenerative Effekte nahelegen. Die vorhandenen Erkenntnisse stammen überwiegend aus Tiermodellen; kontrollierte klinische Daten zur Wirksamkeit, Sicherheit, Pharmakokinetik und Pharmakodynamik beim Menschen fehlen weitgehend. Das Fehlen regulatorischer Zulassungen, standardisierter Produktionsstandards und Langzeittoxizitätsdaten limitiert die derzeitige medizinische Anwendbarkeit. Schwerwiegende Kenntnisselücken bestehen hinsichtlich:
- klinisch validierter Wirksamkeit bei definierten Indikationen,
- standardisierter Dosierung, Applikationsweg und Formulierung,
- Langzeit- und Reproduktionstoxizität,
- Immunogenität und Wechselwirkungsprofil,
- Qualitätskontrolle und Reinheit kommerziell gehandelter Präparate.
Bis aussagekräftige, reproduzierbare klinische Studien vorliegen, sollte BPC-157 als experimentelle Substanz betrachtet werden. Kliniker, Patienten und Sportler wird geraten, von unkontrollierter Anwendung abzusehen und auf die Ergebnisse qualitativ hochwertiger Forschung zu warten.
Quellenhinweis: Die hier dargestellten Informationen basieren auf Auswertung präklinischer Publikationen, Übersichtsarbeiten und öffentlich zugänglichen Berichten. Für definitive klinische Leitlinien sind randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studien erforderlich.
science Chemische Eigenschaften
2D-Struktur
Molekularformel
scienceC62H98N16O22
Molare Masse
science1419.5 g/mol
Halbwertszeit
science< 4 Stunden
Anabol/Androgen Verhältnis
scienceN/A (Peptid)
bolt Wirkmechanismus
BPC-157 ist ein Peptid, das aus Magensäure gewonnen wird. Es ist bekend für die beschleunigte Heilung von Weichgewebe, Sehnen und Darm.
- Angiogenese: Fördert die Bildung neuer Blutgefäße.
- Darmgesundheit: Heilt Geschwüre und Darmschleimhaut.
Krebs
Bei aktivem Krebs meiden (wegen Angiogenese).
medication Dosierungsprotokoll
| Erfahrungsstufe | Tagesdosis | Zyklusdauer |
|---|---|---|
| Heilung | 250-500 mcg | 4-6 Wochen |
* Kann lokal oder systemisch (subkutan) injiziert werden.
security Sicherheitsprofil
warning Häufige Nebenwirkungen
-
verified_user
Sicher
Praktisch keine berichteten Nebenwirkungen.
dangerous Schwere/Seltene Nebenwirkungen
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Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient nur zu Informations- und Bildungszwecken. Er stellt keine medizinische Beratung dar.