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Testosteron Cypionat

Klinischer Überblick

Überblick

Testosteron Cypionat ist ein synthetisches Androgen und ein Ester des natürlichen männlichen Sexualhormons Testosteron. Es gehört zur Klasse der anabolen-androgenen Steroide (AAS) und wird pharmakologisch als Depotpräparat zur intramuskulären Injektion verwendet. Durch die Veresterung des 17β‑Hydroxyls mit der Cypionat‑(cyclopentylpropionat‑)Kette wird die Lipophilie erhöht und die Freisetzung des Testosterons aus dem intramuskulären Depot verlangsamt. Dies führt zu einer verlängerten Wirkdauer gegenüber nicht verestertem Testosteron, sodass seltener injiziert werden muss.

Klinisch wird Testosteron Cypionat primär zur Behandlung von männlichem Hypogonadismus (verminderte endogene Testosteronproduktion) eingesetzt. Es findet auch Verwendung in bestimmten Fällen von Transgender‑Behandlung (Frau‑zu‑Mann), bei bestimmten Anämien und off‑label im Bodybuilding und Leistungssport; letzteres ist in vielen Ländern illegal oder stark reglementiert.

Chemische Eigenschaften

  • Chemische Bezeichnung: Testosteron 17β‑(cyclopentylpropionat) (Testosterone cypionate)
  • Summenformel: C27H40O3
  • Relative Molekülmasse (Molargewicht): ca. 412,6 g·mol−1
  • Strukturmerkmale:
    • Steroides Grundgerüst (cyclopentanoperhydrophenanthren)
    • Ketogruppe an C‑3
    • Doppelbindung zwischen C‑4 und C‑5 (Δ4‑Aromat)
    • 17β‑Hydroxyl verestert mit Cyclopentylpropionsäure (Cypionat)
  • Physikalische Form: Ölige Lösung für intramuskuläre Injektion (als Depotformulierung)
  • Löslichkeit: lipophil, praktisch unlöslich in Wasser; löslich in Organika und Ölen (z. B. Sesam‑ oder MCT‑Öl) für Injektionslösungen
  • Stabilität: relative chemische Stabilität als Ester, licht‑ und temperaturempfindlich in wässrigen Systemen; Lagerung gemäß Herstellerangaben erforderlich

Tabelle: Kurzübersicht chemischer Daten

Eigenschaft Wert
Summenformel C27H40O3
Molare Masse ~412,6 g·mol−1
Esterform Cyclopentylpropionat (Cypionat)
Darreichungsform Ölige Lösung zur i.m.-Injektion
Löslichkeit Lipophil, kaum wasserlöslich

Hinweis: Die genaue Formulierung (Öltyp, Injektionsvolumen, Konzentration) variiert je nach Hersteller und Präparat.

Wirkmechanismus

Testosteron Cypionat wirkt nach intramuskulärer Injektion als Prodrug: Das veresterte Testosteron wird langsam aus dem Öldepot ins Blut freigesetzt, im Blut und Gewebe durch Esterasen hydrolysiert und setzt aktives Testosteron frei.

Wirkmechanismen im Überblick:

  • Bindung an den Androgenrezeptor (AR): Freigesetztes Testosteron gelangt in Zielzellen, bindet im Zytoplasma an den Androgenrezeptor. Der Hormon‑Rezeptor‑Komplex transloziert in den Zellkern, bindet an Androgenresponselemente in der DNA und reguliert die Transkription androgenabhängiger Gene. Dies vermittelt die klassischen androgenen Effekte (z. B. Prostata‑ und Haarwachstum) sowie anabole Effekte (z. B. Proteinsynthese, Muskelmasse).
  • Intrazellulärer Metabolismus:
    • 5α‑Reduktase wandelt Testosteron zu Dihydrotestosteron (DHT) um, einem potenteren Androgen, das insbesondere in Prostata und Haarfollikeln wirksam ist.
    • Aromatase (CYP19) kann Testosteron zu Estradiol aromatisieren; erhöhte Estradiolspiegel beeinflussen Fettverteilung, Sexualfunktion und können gynäkomastische Effekte begünstigen.
  • Nicht-genomische Effekte: Testosteron und Metaboliten können auch schnelle, nicht-genomische Signalwege modulieren (z. B. Membranrezeptor-assoziierte Mechanismen), die kardiovaskuläre und neuronale Funktionen beeinflussen.

Pharmakokinetik (typische Charakteristika):

  • Depotfreisetzung nach intramuskulärer Injektion führt zu einem langsamen Anstieg und anhaltend erhöhtem Serumtestosteron über mehrere Tage bis Wochen.
  • Halbwertszeit: Die terminale Halbwertszeit von Testosteron Cypionat liegt typischerweise im Bereich von mehreren Tagen (häufig angegeben ~8 Tage, variiert individuell).
  • Verstoffwechselung: Hepatischer Stoffwechsel zu DHT, Estradiol und weiter zu konjugierten Metaboliten; Renale und biliäre Ausscheidung der Metaboliten.

Medizinische Informationen

Indikationen:

  • Substitutionstherapie bei Männern mit primärem oder sekundärem Hypogonadismus (klinisch und laborchemisch bestätigter Testosteronmangel).
  • Teilweise Einsatz in der Geschlechtsangleichung von Transmännern (Frau→Mann) als androgenes Substitutionsmittel.
  • In einigen Fällen zur Behandlung bestimmter Formen von Anämie (z. B. erythropoetische Stimulation), obwohl andere modernere Therapien bevorzugt werden.
  • Off‑label‑Anwendungen im Sport/Bodybuilding: Erhöhung der Muskelmasse, Kraft und Leistungsfähigkeit (rechtlich und medizinisch problematisch).

Dosierung und Applikation:

  • Die empfohlene Dosis variiert je nach Indikation und Leitlinie. Typische Substitutionsdosen für erwachsene Männer liegen häufig im Bereich von 50–200 mg intramuskulär alle 1–3 Wochen; viele Präparate und Behandlungsstrategien bevorzugen eine stabile Serumkonzentration durch z. B. 100 mg wöchentlich oder 200 mg alle zwei Wochen.
  • In der Transgender‑Hormonsubstitution sind individuelle Anpassungen und engmaschige Begleitung erforderlich.
  • Injektionen sollten intramuskulär in geeignete Muskelgruppen (z. B. Glutealmuskel) erfolgen, unter Einhaltung aseptischer Technik.
  • Therapeutische Überwachung: Regelmäßige Bestimmung von Serumtestosteron (gesamtes bzw. freies Testosteron), Hämoglobin/Hämatokrit, Leberenzyme, Lipidprofil, PSA (bei Männern >40 J.), Gonadotropine und klinische Kontrolle von Nebenwirkungen.

Kontraindikationen:

  • Prostatakarzinom oder Brustkrebs bei Männern (androgene Wirkung kann Tumorwachstum fördern).
  • Schwere Herz‑, Leber‑ oder Nierenerkrankungen (relative Kontraindikationen).
  • Unbehandelte Polycythämie (erhöhtes Thromboserisiko).
  • Überempfindlichkeit gegen Inhaltsstoffe des Präparats.

Therapeutische Ziele und Monitoring:

  • Wiederherstellung eines physiologischen Serumtestosteronspiegels und Linderung von Symptomen des Hypogonadismus (verminderte Libido, Muskelatrophie, Müdigkeit, Osteoporose).
  • Langzeitmonitoring umfasst: Serumtestosteronspiegel, PSA, Hämoglobin/Hämatokrit, Lipidprofil, Leberfunktionstests, Blutdruck sowie klinische Evaluierung von Nebenwirkungen.

Sicherheitsprofil

Unerwünschte Wirkungen:

  • Androgene Nebenwirkungen:
    • Akne, seborrhoische Hautveränderungen
    • Vermehrte Körper- und Gesichtsbehaarung (Hirsutismus bei Frauen/Transmännern)
    • Miniaturisierung des Kopfhaares (androgenetische Alopezie)
  • Östrogenbedingt:
    • Gynäkomastie (durch Aromatisierung zu Estradiol)
  • Hämatologisch:
    • Erhöhung von Hämoglobin und Hämatokrit (Erythrozytose), mit erhöhtem Risiko thromboembolischer Ereignisse
  • Kardiovaskulär:
    • Potenzielle Verschlechterung von Herzinsuffizienz oder kardiovaskulären Risiken bei prädisponierten Personen; Studienlage heterogen, aber Überwachung empfohlen
  • Prostata:
    • Beschleunigung von Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) und potenzielle Förderung von Prostatakarzinomwachstum bei bestehender Erkrankung
  • Psychiatrisch:
    • Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Aggressivität; in seltenen Fällen manische Symptome
  • Reproduktion:
    • Suppression der endogenen Spermatogenese und Gonadotropine LH/FSH, was zu Infertilität führen kann (dose‑ und durationsabhängig)
  • Leber:
    • Oral verfügbare 17α‑alkylierte Androgene sind lebertoxisch; injectable Ester wie Cypionat haben im Allgemeinen geringeres Risiko für direkte hepatotoxische Effekte, dennoch sollten Leberwerte überwacht werden
  • Allergische Reaktionen an der Injektionsstelle: Schmerzen, Rötung, Lipogranulome bei chronischer Injektion

Sicherheitsmaßnahmen:

  • Vor Therapiebeginn: umfassende Anamnese, körperliche Untersuchung, Baseline‑Laborwerte (Testosteron, PSA, Hämoglobin/Hämatokrit, Leberwerte, Lipide).
  • Regelmäßiges Monitoring während der Therapie (s. oben).
  • Dosisanpassungen bei Nebenwirkungen, Reduktion bei Erythrozytose (phlebotomische Maßnahmen können erforderlich sein).
  • Vermeidung der Anwendung bei aktiver Prostata‑ oder Brustkrebserkrankung.
  • Information des Patienten über potenzielle Fertilitätsfolgen und Diskussion von Spermasicherung falls relevant.

Wechselwirkungen:

  • Antikoagulanzien (z. B. Warfarin): Testosteron kann die Gerinnungsparameter beeinflussen und die Wirkung von Antikoagulanzien verstärken oder verändern; engmaschige INR‑Kontrolle empfohlen.
  • Insulin und orale Antidiabetika: Androgene können Glukose‑ und Insulinempfindlichkeit beeinflussen; Dosisanpassungen erforderlich.
  • Glukokortikoide: Kombination kann mit erhöhter Risiko für Ödem und Herzkreislaufbelastung assoziiert sein.
  • CYP‑vermittelte Wechselwirkungen sind möglich durch Metabolisierung über hepatische Enzyme, wenngleich Testosteron primär durch Reduktasen/Aromatase metabolisiert wird.

Spezielle Populationen:

  • Frauen und Jugendliche: Strenge Indikationsstellung; bei Frauen kann es zu virilisierenden Effekten kommen; bei Jugendlichen kann vorzeitiger Epiphysenschluss auftreten.
  • Ältere Männer: geringerer Nutzen und erhöhtes Risiko, insbesondere kardiovaskuläre Effekte, daher Indikationsstellung und Monitoring kritisch.

Rechtsstatus

Der rechtliche Status von Testosteron Cypionat variiert je nach Land, ist jedoch in vielen Staaten streng reguliert:

  • Allgemein: Testosteronpräparate sind verschreibungspflichtige Arzneimittel. Die Abgabe und Anwendung ohne ärztliche Verschreibung ist in den meisten Rechtsordnungen verboten.
  • Vereinigte Staaten: Testosteron (einschließlich cypionate) ist als kontrollierte Substanz der Schedule III im Controlled Substances Act klassifiziert; es ist verschreibungspflichtig und die nichtmedizinische Verwendung oder der Handel ohne gültiges Rezept ist strafbar.
  • Europäische Union / Deutschland: Testosteronpräparate sind verschreibungspflichtige Arzneimittel; anabole Steroide können zusätzlich unter kontrollrechtliche Bestimmungen fallen. In Deutschland sind viele nichtmedizinische Handlungen mit anabolen Steroiden (z. B. Handel, Erwerb ohne Rezept) durch das Arzneimittelgesetz (AMG) und ggf. durch das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) oder Nachfolgeregelungen reguliert. Sportrechtlich ist die Verwendung im Leistungssport durch Anti‑Doping‑Regelwerke (z. B. WADA) verboten und mit Sanktionen belegt.
  • Sportliche Regelungen: Testosteron und seine Ester sind auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und führen bei Nachweis zu Disqualifikation und Sanktionen.

Wichtige Punkte zum Rechtsstatus:

  • Medizinische Anwendung: legal bei ärztlicher Indikation und Verschreibung.
  • Nichtmedizinische Anwendung (z. B. Leistungssteigerung, Bodybuilding): in vielen Ländern illegal, zudem gesundheitlich riskant.
  • Handel und Import: Erwerb aus nichtregulierten Quellen (Internet, Underground Labs) kann straf- und zivilrechtliche Konsequenzen sowie Gesundheitsgefahren durch Verunreinigungen bergen.

Schlussbemerkung

Testosteron Cypionat ist ein wirksames androgenes Ersatzmittel mit etablierten Indikationen bei männlichem Hypogonadismus und bei bestimmten Geschlechtsumwandlungsprotokollen. Wegen seiner pharmakologischen Potenz, der Wirkung auf zahlreiche physiologische Systeme und der Vielfalt möglicher Nebenwirkungen erfordert die Anwendung eine sorgfältige Indikationsstellung, informierte Einwilligung des Patienten und engmaschige ärztliche Überwachung. Nichtmedizinische Anwendungen bergen erhebliche gesundheitliche Risiken und sind in vielen Ländern rechtlich unzulässig.

science Chemische Eigenschaften

Testosteron Cypionat Structure

2D-Struktur

CAS Number

tag

58-20-8

PubChem ID

science
441406 open_in_new

Molekularformel

science

C27H40O3

Molare Masse

science

412.6 g/mol

Halbwertszeit

science

8-9 Tage

Anabol/Androgen Verhältnis

science

100:100

CAS Nummer

science

58-20-8

PubChem ID

science

441406

bolt Wirkmechanismus

Testosteron Cypionat ist Enantat sehr ähnlich. Es ist ein lang wirkender Ester, der typischerweise einmal pro Woche injiziert wird.

  • Basis: Das Fundament fast jeder Kur.
  • Lange Halbwertszeit: ~8 Tage Halbwertszeit.
medical_information

Bioidentisch

Identisch mit natürlichem Testosteron nach Esterspaltung.

medication Dosierungsprotokoll

Erfahrungsstufe Tagesdosis Zyklusdauer
Anfänger 300-500 mg 10-12 Wochen

* Austauschbar mit Enantat.

security Sicherheitsprofil

warning Häufige Nebenwirkungen

  • water_drop

    Östrogen

    Wassereinlagerung und Gyno-Risiko.

dangerous Schwere/Seltene Nebenwirkungen

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Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient nur zu Informations- und Bildungszwecken. Er stellt keine medizinische Beratung dar.