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Primobolan

Klinischer Überblick

Überblick

Primobolan ist der Handelsname für die Wirkstoffgruppe Methenolon, ein synthetisches anaboles Androgenes Steroid (AAS). Methenolon wurde in den 1960er Jahren entwickelt und in zwei pharmakologisch relevanten Esterformen vertrieben: als orale Acetat-Form (Methenolonacetat) und als injizierbare Enantat-Form (Methenolonenantat). Primobolan gilt klinisch und in der Nebenwirkungswahrnehmung als vergleichsweise mildes AAS mit einem hohen Verhältnis anaboler zu androgenen Effekten und mit geringer aromatischer Aktivität. Aus diesem Grund wurde es historisch zur Behandlung von Katabolie, chronischen Erkrankungen mit Muskelverlust und bestimmten Formen von Anämie eingesetzt. Heute ist Methenolon in vielen Ländern verschreibungs- und kontrollpflichtig und hat in der modernen, evidenzbasierten Medizin eine eingeschränkte Anwendung.

Chemische Eigenschaften

  • Wirkstoffbezeichnung: Methenolon (engl. Methenolone)
  • Handelsname(n): Primobolan (traditioneller Markenname); weitere generische Präparate vorhanden
  • Chemische Klassifikation: Androgenes anaboles Steroid, Dihydrotestosteron (DHT)-Derivat
  • Wichtige Arzneiformen:
    • Methenolonacetat (oral, kurzwirksamer Ester)
    • Methenolonenantat (injektionsfähig, langwirkender Ester)
  • IUPAC-ähnliche Beschreibung: Methenolon leitet sich strukturell von DHT ab und enthält Modifikationen an der Steroidgerüststruktur, die die anabolen Wirkungen begünstigen und die Umwandlung in Östrogene verhindern.

Chemische Charakteristika (allgemein):

  • Methenolon ist ein modifiziertes Androgen, dessen genaue physikochemische Eigenschaften (z. B. Schmelzpunkt, Löslichkeit) von der Esterform abhängen. Die unterschiedlichen Ester (Acetat vs. Enantat) verändern Löslichkeit, Halbwertszeit und damit die orale vs. parenterale Verabreichung.
  • Methenolon wird strukturell häufig als 1-methyl-Δ1-DHT-Derivat beschrieben; diese Modifikationen reduzieren die Affinität zu aromatierenden Enzymen und verändern das Anabolika/Androgen-Verhältnis.

Hinweis: Die exakte Summenformel unterscheidet sich je nach Esterform des Wirkstoffes (z. B. Methenolonacetat vs. Methenolonenantat). Bei pharmakologischer Betrachtung sind die Eigenschaften der wirksamen Steroidstruktur (Methenolon) und der Ester, die Pharmakokinetik bestimmen, am relevantesten.

Wirkmechanismus

Wirkmechanismus von Methenolon basiert auf den allgemein für Anabolika bekannten pharmakologischen Grundprinzipien:

  • Androgenrezeptor-Affinität:

    • Methenolon bindet an den intrazellulären Androgenrezeptor (AR). Nach Bindung transloziert der Ligand-Rezeptor-Komplex in den Zellkern, wirkt als Transkriptionsfaktor und reguliert die Expression androgenabhängiger Gene.
    • Die selektive Wirkung auf Muskel- und Knochengewebe resultiert aus dem Aktivitätsprofil des AR in verschiedenen Geweben sowie aus der molekularen Struktur von Methenolon.
  • Anabole Effekte:

    • Steigerung der Proteinsynthese: Aktivierung transkriptioneller Programme führt zu erhöhter Synthese von Muskelfasern und strukturellen Proteinen.
    • Verbesserte Stickstoffretention: Methenolon erhöht die positive Stickstoffbilanz, ein Marker anaboler Aktivität.
    • Stimulation von Erythropoese: wie viele Androgene kann Methenolon die Produktion roter Blutkörperchen beeinflussen.
  • Geringe Aromatisierung:

    • Methenolon wird kaum bis gar nicht durch das Enzym Aromatase in Östrogene umgewandelt. Daher sind östrogenbedingte Nebenwirkungen (z. B. Gynäkomastie, Wassereinlagerungen) deutlich seltener als bei aromatisierbaren Steroiden.
  • 5α-Reduktase-Verhalten:

    • Da Methenolon ein DHT-Derivat ist, sind Umwandlungen durch 5α-Reduktase in Geweben von geringerer klinischer Relevanz als bei Testosteron. Die androgenen Effekte bleiben in androgenabhängigen Zielgeweben jedoch möglich.
  • Neuroendokrine Effekte:

    • Wie andere exogene Androgene unterdrückt Methenolon in therapeutischen wie supratherapeutischen Dosen die Hypothalamus–Hypophysen–Gonaden-Achse (HHG-Achse) und kann zu einer verminderten endogenen Testosteronproduktion führen.

Medizinische Informationen

Therapeutische Indikationen (historisch und begrenzt aktuell):

  • Behandlung von krankheitsbedingtem Gewichts- und Muskelverlust (Katabolie), z. B. im Rahmen chronischer Erkrankungen.
  • Sekundäre Verwendung zur Unterstützung der Rehabilitation bei schwerer Gewebeatrophie.
  • Gelegentliche Anwendung bei bestimmten Formen von Anämie (stimulierend auf die Erythropoese).
  • In einigen Ländern wurde Methenolon auch zur Behandlung von Osteoporose eingesetzt, die anabole Effekte auf Knochenstoffwechsel wurden berücksichtigt.

Dosierung und Darreichungsformen:

  • Methenolonenantat (injektionsfähig): üblicherweise intramuskuläre Injektionen in Intervallen entsprechend der Halbwertszeit des Esters (z. B. alle 1–2 Wochen in medizinischen Anwendungen).
  • Methenolonacetat (oral): häufigere Einnahmeintervalle aufgrund kürzerer Wirkdauer; die Bioverfügbarkeit ist niedriger als bei vielen anderen oralen Steroiden.

Behandlungsüberwachung:

  • Regelmäßige Laboruntersuchungen sind erforderlich: Leberfunktionstests, Lipidprofil, hämatologische Parameter (z. B. Hämoglobin/Hämatokrit), Serumtestosteron/östrogene Spiegel und kardiovaskuläre Risikofaktoren.
  • Bei längerfristiger Anwendung Kontrolle der HHG-Achse und gegebenenfalls Endokrinologie-Konsultation zur Wiederherstellung der endogenen Hormonproduktion.

Evidenzlage:

  • Die moderne Datenlage zeigt begrenzte, oft ältere klinische Studien. Aufgrund potenzieller Nebenwirkungen und der Verfügbarkeit besser untersuchter Therapien ist Methenolon in vielen Indikationen nicht mehr erste Wahl. In der Sportmedizin wird es wegen Dopingsverbots nicht eingesetzt.

Sicherheitsprofil

Methenolon gilt im Vergleich zu vielen anderen anabolen Steroiden als „mild“, jedoch sind Nebenwirkungen und Risiken vorhanden—insbesondere bei höheren Dosen, längerer Anwendung oder Missbrauch.

Häufige und relevante unerwünschte Wirkungen:

  • Endokrine Effekte:
    • Unterdrückung der endogenen Testosteronproduktion über negative Rückkopplung der HHG-Achse. Dies kann zu Hypogonadismus, Libidoverlust, erektiler Dysfunktion und Fruchtbarkeitsstörungen führen.
  • Androgene Nebenwirkungen:
    • Akne, seborrhoische Hautveränderungen, beschleunigter Haarausfall (genetisch predisponierte androgenetische Alopezie) und Virilisierungserscheinungen bei Frauen (Stimmveränderung, Hirsutismus, klitorale Hypertrophie, Menstruationsstörungen).
  • Kardiovaskuläre Effekte:
    • Ungünstige Veränderungen des Lipidprofils (Abfall des HDL-Cholesterins, Anstieg des LDL-Cholesterins) mit erhöhtem atherogenem Risiko.
    • Potenzielles Risiko für Blutdruckanstieg und nach längerem Missbrauch erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse.
  • Hämatologische Effekte:
    • Erhöhte Erythropoese kann zu Polyglobulie mit erhöhtem Thromboserisiko führen.
  • Hepatische Effekte:
    • Die injizierbare Enantat-Form ist nicht 17α-alkyliert und hat ein geringeres hepatotoxisches Potenzial als klassische 17α-alkylierte orale Steroide. Die orale Acetat-Form zeigt jedoch einzelne Berichte über Leberbeeinträchtigungen; eine eindeutige Einordnung variiert in der Literatur. Leberwerte sollten überwacht werden.
  • Psychische Effekte:
    • Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, ggf. Aggressivität oder depressive Verstimmungen nach Absetzen.

Spezifische Risiken für Frauen und Jugendliche:

  • Frauen: hohes Risiko für irreversible Virilisierung, daher restriktiver Einsatz.
  • Jugendliche: Störung des Längenwachstums durch vorzeitige Epiphysenschluss-Einwirkung; Einsatz kontraindiziert außer in sehr speziellen, ärztlich überwachten Indikationen.

Wechselwirkungen:

  • Kombination mit anderen Androgenen oder anabolen Steroiden erhöht Risiko für kumulative Nebenwirkungen.
  • Interaktion mit Medikamenten, die Lipidstoffwechsel, Blutdruck oder hepatische Enzyme beeinflussen, möglich; bedarf ärztlicher Risikoabschätzung.

Maßnahmen bei Nebenwirkungen:

  • Dosisreduktion oder Absetzen des Wirkstoffes; endokrinologische Nachsorge zur Wiederherstellung der HHG-Achse (z. B. Stimulationsmaßnahmen, Ersatztherapie).
  • Bei kardialen, thrombotischen oder schweren hepatotoxischen Befunden sofortiges Absetzen und entsprechende medizinische Intervention.

Rechtsstatus

Der Rechtsstatus von Methenolon/Primobolan variiert international, ist jedoch in vielen Rechtsordnungen restriktiv geregelt:

  • Deutschland / Europäische Union:
    • Methenolon ist in Deutschland und in den meisten EU-Ländern verschreibungspflichtig und als Medikament/Betäubungsmittel kontrolliert. Die Abgabe erfolgt nur auf ärztliche Verordnung; der Besitz und Handel ohne Rezept kann straf- oder ordnungswidrig sein.
  • Vereinigte Staaten:
    • Methenolon gilt in den USA als kontrollierte Substanz der Liste III (Anabolic Steroids Control Act). Herstellung, Besitz oder Vertrieb ohne Rezept sind strafbar.
  • Sportrecht:
    • Methenolon ist von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) verboten. Nachweis im Dopingtest führt zu Sanktionen, Sperren und Disqualifikationen im organisierten Leistungssport.

Illegale Märkte und Fälschungen:

  • Aufgrund der Nachfrage in Bodybuilding- und Fitnesskreisen existiert ein großer Schwarzmarkt mit nicht immer geprüften oder gefälschten Präparaten. Anwender sind damit dem Risiko kontaminierter oder falsch dosierter Substanzen ausgesetzt, was die Gesundheitsgefahren erhöht.

Rechtsinformation ist länderspezifisch:

  • Konkrete rechtliche Einstufungen, Verschreibungspflicht und Strafen variieren; eine verbindliche rechtliche Beratung erfordert Rückfrage bei lokalen Behörden oder rechtlicher Beratung.

Zusammenfassung und klinische Bewertung

Methenolon (Primobolan) ist ein DHT-basiertes anaboles Steroid mit vergleichsweise milder Nebenwirkungspalette und geringer Aromatisierung, weshalb es historisch in bestimmten Therapien bei Katabolie, Anämie und ähnlichen Zuständen eingesetzt wurde. Die pharmakologischen Merkmale unterscheiden sich je nach Esterform: die injizierbare Enantat-Form bietet eine längere Wirkdauer und geringeres unmittelbares Lebertoxizitätsprofil als manche oralen AAS.

Trotz dieses „milden“ Profils sind substanzbezogene Risiken wie Hormonunterdrückung, Androgenisierung bei Frauen, negative lipidologische Effekte und potenzielle kardiovaskuläre Gefahren nicht zu vernachlässigen. Aufgrund begrenzter aktueller medizinischer Indikationen, des Missbrauchspotenzials und des restriktiven Rechtsstatus ist Methenolon in der modernen Medizin nur noch begrenzt eingesetzt. Im Sportbereich ist es verboten und die Verwendung außerhalb ärztlicher Indikation ist illegal und gesundheitlich riskant.

Wichtiger klinischer Rat: Die Anwendung von Methenolon sollte ausschließlich unter ärztlicher Indikation und mit kontinuierlicher medizinischer Überwachung erfolgen. Personen, die über den Einsatz dieses Wirkstoffes nachdenken, sollten die rechtlichen Rahmenbedingungen ihres Landes prüfen und mögliche Gesundheitsrisiken sorgfältig abwägen.

science Chemische Eigenschaften

Primobolan (Methenolon) Structure

2D-Struktur

Molekularformel

science

C27H42O3

Molare Masse

science

414.6 g/mol

Halbwertszeit

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10.5 Tage

Anabol/Androgen Verhältnis

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88:44

bolt Wirkmechanismus

Methenolon Enantat (Primobolan) gilt als eines der sichersten anabolen Steroide. Nicht lebertoxisch, aromatisiert nicht, sehr mild.

  • Sicherheit: Goldstandard für nebenwirkungsarme Kuren.
  • Erhalt: Zuwächse sind fast 100% Muskel und leicht zu halten.
medical_information

Fälschungen

Wegen hoher Kosten oft gefälscht.

QUELLE PRÜFEN

medication Dosierungsprotokoll

Erfahrungsstufe Tagesdosis Zyklusdauer
Frauen 50-100 mg 8-10 Wochen
Männer 400-600 mg 12-16 Wochen
Männer (Pro) 800 mg+ 16 Wochen

* Erfordert hohe Dosen bei Männern aufgrund der milden Natur.

security Sicherheitsprofil

warning Häufige Nebenwirkungen

  • content_cut

    Haarausfall

    Kann erblich bedingten Haarausfall beschleunigen.

  • block

    Milde Unterdrückung

    Unterdrückt HPTA weniger, PCT dennoch nötig.

dangerous Schwere/Seltene Nebenwirkungen

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Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient nur zu Informations- und Bildungszwecken. Er stellt keine medizinische Beratung dar.