Parabolan
Klinischer Überblick
Überblick
Parabolan ist der Handelsname eines synthetischen anabolen-androgenen Steroids (AAS), dessen Wirkstoff Trenbolon hexahydrobenzylcarbonat (auch als trenbolone cyclohexylmethylcarbonate bezeichnet) ist. Es gehört zur Gruppe der 19-nor-Androgene und ist chemisch eng verwandt mit Trenbolon (Trenbolonacetat/Trenbolonenkonjugate). Parabolan wurde in den 1980er–1990er Jahren für den klinischen Gebrauch entwickelt und kurzzeitig vermarktet, ist aber heute in vielen Ländern nicht mehr für den medizinischen Gebrauch zugelassen. In Sport und Bodybuilding ist der Wirkstoff wegen seiner ausgeprägten anabolen Effekte und seiner starken Unterdrückung der endogenen Testosteronproduktion bekannt und gleichzeitig wegen seiner Nebenwirkungen und seines Missbrauchspotentials umstritten.
Chemische Eigenschaften
- Chemische Klasse: 19-nor-Androgene (Testosteronderivate)
- Wirkstoff: Trenbolon hexahydrobenzylcarbonat (trenbolone cyclohexylmethylcarbonate)
- Strukturmerkmale:
- Trenbolon ist ein Derivat des Nandrolon (19-nortestosteron) mit zusätzlichen Doppelbindungen (typischerweise in Positionen Δ9,11), die die Affinität zum Androgenrezeptor (AR) erhöhen.
- Die hexahydrobenzylcarbonat-Estergruppe am 17β-Hydroxyl des Steroidkerns verlängert die Freisetzung des Wirkstoffs nach intramuskulärer Injektion (Depotpräparat), wodurch eine langsamere und länger anhaltende Freisetzung von aktive Trenbolon erfolgt im Vergleich zu kurz wirkenden Estern wie Trenbolonacetat.
- Physikalisch-chemische Eigenschaften:
- Parabolan wird typischerweise als ölige Lösung für intramuskuläre Injektionen formuliert.
- Der Ester erhöht Lipophilie und Depotwirkung; genaue Schmelz- und Siedepunkte hängen von der freien Base und der Estergruppe ab.
- Metabolismus:
- Nach Freisetzung des aktiven Trenbolons vom Ester wird das Molekül in der Leber und peripheren Geweben metabolisiert. Trenbolon ist nicht aromatisierbar (wird nicht in Östrogene umgewandelt), aber es weist progestogene Aktivitäten auf.
Hinweis: Aufgrund historischer und regulatorischer Umstände sind unterschiedliche Nomenklaturen und Esterzusammensetzungen in einschlägiger Literatur zu finden; bei Unsicherheit ist die Prüfung handelsüblicher Präparate und Sekundärliteratur ratsam.
Wirkmechanismus
- Androgenrezeptor-Agonist:
- Trenbolon bindet mit hoher Affinität an den Androgenrezeptor (AR) in Zielzellen (Muskel-, Knochen- und andere Gewebe). Der Trenbolon–AR-Komplex transloziert in den Zellkern und moduliert die Transkription spezifischer Gene, die an Proteinsynthese, Muskelhypertrophie und anderen androgenvermittelten Effekten beteiligt sind.
- Die zusätzlichen Doppelbindungen in der Struktur von Trenbolon erhöhen die Bindungsaffinität und Selektivität gegenüber dem AR verglichen mit Testosteron oder Nandrolon.
- Nicht-aromatisierbar:
- Trenbolon wird nicht über die Aromatase in Östrogene umgewandelt. Das bedeutet, dass östrogenbedingte Nebenwirkungen wie Gynäkomastie in der Regel nicht durch Östrogen verursacht werden; dennoch können östrogenähnliche Effekte durch Progestagenaktivität auftreten.
- Progestogene Aktivität:
- Trenbolon zeigt eine signifikante agonistische Wirkung an Progesteronrezeptoren, die Nebenwirkungen wie Libidoveränderungen, Stimmungsstörungen und - wichtiger klinisch - eine zusätzliche Hemmung der Hypothalamus–Hypophysen–Gonaden-(HPG)-Achse verstärken kann.
- Anti-catabole und anabole Effekte:
- Trenbolon steigert die Proteinsynthese, erhöht die Stickstoffretention und fördert die Muskelzellhypertrophie. Zusätzlich beeinflusst es die Erythropoese (rote Blutkörperchen) und kann so die Sauerstofftransportkapazität erhöhen.
- Pharmakokinetik (Depotester):
- Als Hexahydrobenzylcarbonat-Ester weist Parabolan eine verlängerte Freisetzung nach intramuskulärer Injektion auf; die Plasmahalbwertszeit ist länger als bei kurz wirkenden Estern, wodurch seltener injiziert werden kann.
Medizinische Informationen
- Historische und potenzielle Indikationen:
- Originale klinische Entwicklungsziele für anabole Steroide umfassten Behandlung von schwerer Kachexie (z. B. bei Krebs- oder AIDS-assoziiertem Gewichtsverlust), Osteoporose und bestimmten Formen von Hypogonadismus. Parabolan selbst wurde in der Vergangenheit zeitweilig für bestimmte Indikationen geprüft oder angeboten, ist heute jedoch medizinisch weitgehend obsolet.
- Trenbolon derivatierte Präparate werden veterinärmedizinisch (z. B. Trenbolonacetat) in bestimmten Ländern zur Steigerung des Wachstums und der Futterverwertung beim Rind eingesetzt; dies ist jedoch vom Einsatz beim Menschen strikt zu unterscheiden.
- Dosierung und Verabreichung:
- Parabolan wurde als intramuskuläre ölige Injektionslösung formuliert. Konkrete, sichere und evidenzbasierte Dosierungsleitlinien für therapeutische Anwendungen sind limitiert, da die meisten klinischen Daten von anderen AAS stammen und Parabolan nicht standardmäßig in aktuellen Therapieempfehlungen enthalten ist.
- Klinische Wirksamkeit:
- Es existieren Berichte und Fallserien, die auf starke anabole Effekte hinweisen (Muskelmasse, Kraftzuwachs), doch kontrollierte, randomisierte Studien zur langfristigen Wirksamkeit und Sicherheit am Menschen sind begrenzt.
- Wechselwirkungen:
- Kombination mit anderen anabolen Steroiden, Gonadotropin- oder Testosteronpräparaten beeinflusst HPG-Achse und Stoffwechsel. Begleitende Arzneimittel (z. B. Lipidsenker, Antihypertensiva) sollten überwacht werden, da Steroide lipidäre und kardiovaskuläre Parameter negativ beeinflussen können.
Sicherheitsprofil
- Endokrine Effekte:
- Starke Unterdrückung der hypothalamisch-hypophysär-gonadalen Achse mit Folge von verringertem luteinisierendem Hormon (LH) und follikelstimulierendem Hormon (FSH) sowie sekundärem Testosteronmangel. Dies kann zu langfristiger Hypogonadismus-Symptomatik und beeinträchtigter Fertilität führen.
- Androgene/virilisierende Effekte:
- Bei Frauen: Hirsutismus, Stimmveränderungen (irreversibel möglich), Androgenisation der äußeren Geschlechtsorgane, Menstruationsstörungen.
- Bei Männern: Androgenisierungszeichen (Akne, beschleunigter Haarausfall bei genetischer Prädisposition), Prostatavergrößerung.
- Kardiovaskuläre Risiken:
- Ungünstige Veränderungen des Lipidprofils (Verminderung von HDL-Cholesterin, Erhöhung von LDL), mögliche Erhöhung von Blutdruck und beeinträchtigte Endothelfunktion. Langfristige Verwendung kann das kardiovaskuläre Risiko erhöhen.
- Hepatotoxizität:
- Im Gegensatz zu 17α-alkylierten oralen AAS ist Trenbolon nicht primär hepatotoxisch; dennoch können leberspezifische Belastungen auftreten, besonders bei hohen Dosen, Polypharmazie oder bestehenden Lebererkrankungen.
- Psychische und neurologische Effekte:
- Stimmungsschwankungen, Aggressivität („Roid Rage“), Depressionen, Schlafstörungen, gesteigerte Reizbarkeit und gelegentlich psychotische Symptome wurden berichtet.
- Andere systemische Effekte:
- Erythrozytose (Polyzythämie), die das thrombotische Risiko erhöhen kann.
- Nächtliche Schweißausbrüche, Appetitveränderungen.
- Injektionsstellenreaktionen, Infektionsrisiko bei nicht-steriler Applikation.
- Schwangerschaft und Stillzeit:
- Absolute Kontraindikation: Androgene können bei weiblichen Föten virilisierende Effekte verursachen und sind in Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert.
- Overdose und Toxizität:
- Akute lebensbedrohliche Überdosierungen sind selten; klinische Probleme resultieren typischerweise aus chronischer hoher Anwendung — Hypogonadismus, psychiatrische Störungen, kardiovaskuläre Komplikationen und metabolische Dysregulation.
- Monitoring und Management:
- Bei medizinischer Anwendung: regelmäßige Überwachung von Lipidprofil, Leberwerten, Blutdruck, Hämatokrit/Hämoglobin, Endokrinstatus (LH/FSH/Testosteron) sowie kardiovaskulärer Untersuchung.
- Bei Nebenwirkungen: Absetzen des Präparats, symptomatische Behandlung, gegebenenfalls endokrinologische Nachbehandlung (z. B. Testosteron-Ersatztherapie nach persistierendem Hypogonadismus), psychologische/psychiatrische Betreuung bei Verhaltensänderungen.
Rechtsstatus
- International:
- Anabole Steroide sind in vielen Ländern kontrollierte Substanzen. In den Vereinigten Staaten fallen anabole Steroide unter das Controlled Substances Act (Schedule III) und ihr Besitz bzw. Vertrieb ohne ärztliche Verschreibung ist strafbar.
- Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und zahlreiche Sportverbände stehen Parabolan und Trenbolon-haltigen Präparaten auf der Liste verbotener Substanzen; der Einsatz gilt als Doping.
- Europa / Deutschland:
- In Deutschland und anderen europäischen Ländern gelten anabole Steroide regulativ als verschreibungspflichtige Arzneimittel oder sind in speziellen Gesetzen über Betäubungsmittel/Sozialrecht reguliert. Kommerzielle Verfügbarkeit von Parabolan für den therapeutischen Einsatz ist heute nicht üblich; nicht genehmigte oder verschreibungspflichtige Zubereitungen sind illegal zu vertreiben und zu verwenden.
- Veterinärgesetzgebung:
- Bestimmte Trenbolonester (z. B. Trenbolonacetat) sind in einigen Ländern als Tierarzneimittel zugelassen; ihr Einsatz in der Lebensmittelproduktion ist streng reguliert und in vielen Märkten verboten oder eingeschränkt (wegen Rückstands- und Verbraucherschutz).
- Illegale Herstellung und Schwarzmarkt:
- Parabolan und verwandte Trenbolonpräparate sind auf dem Schwarzmarkt und in der Bodybuilding-Szene verbreitet, oft in Form von Injektionslösungen mit variabler Qualität und Reinheit. Der Kauf, Vertrieb und Besitz solcher Produkte kann strafrechtliche Konsequenzen haben.
- Klinische Zulassung:
- Parabolan als Markenpräparat ist in den meisten Ländern nicht mehr für den regulären klinischen Gebrauch zugelassen; klinische Studien und Zulassungsstatus sind historisch fragmentiert.
Zusammenfassung
Parabolan (Trenbolon hexahydrobenzylcarbonat) ist ein potentes anaboles-androgenes Steroid mit hoher Androgenrezeptor-Affinität und ausgeprägten anabolen Effekten. Chemisch handelt es sich um einen esterifizierten Trenbolon-Derivat, das als Depotpräparat verabreicht wird. Klinisch ist es heute weitgehend obsolet, während sein Einsatz im Bereich Leistungssport und Bodybuilding weit verbreitet, aber illegal und mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden ist. Zu den wichtigsten Sicherheitsbedenken zählen starke Suppression der HPG-Achse und reproduktive Folgen, kardiovaskuläre und metabolische Schäden, psychische Nebenwirkungen sowie virilisierende Effekte bei Frauen. Aufgrund des rechtlichen Status sowie des Profils an Nebenwirkungen ist die Verwendung ohne medizinische Indikation und Aufsicht nicht empfohlen.
Hinweis: Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken; medizinische Entscheidungen sollten in Zusammenarbeit mit qualifizierten Ärztinnen und Ärzten sowie unter Berücksichtigung lokaler gesetzlicher Bestimmungen getroffen werden.
science Chemische Eigenschaften
2D-Struktur
Molekularformel
scienceC26H34O4
Molare Masse
science410.5 g/mol
Halbwertszeit
science14 Tage
Anabol/Androgen Verhältnis
science500:500
bolt Wirkmechanismus
Parabolan ist Trenbolon Hexahydrobenzylcarbonat. Ein mittellang wirkender Ester, historisch bekannt für hochwertige Muskelmasse.
- Legendär: Das originale französische Trenbolon.
- Medium Ester: Wöchentliche Injektionen möglich.
Fälschungen
Das meiste flüssige Parabolan ist eigentlich Acetat oder Enantat.
medication Dosierungsprotokoll
| Erfahrungsstufe | Tagesdosis | Zyklusdauer |
|---|---|---|
| Profi | 200-300 mg | 8-10 Wochen |
* Ähnliches Profil wie Tren Enantat.
security Sicherheitsprofil
warning Häufige Nebenwirkungen
dangerous Schwere/Seltene Nebenwirkungen
-
warning
Tren Nebenwirkungen
Alle Standard-Trenbolon-Nebenwirkungen gelten.
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Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient nur zu Informations- und Bildungszwecken. Er stellt keine medizinische Beratung dar.