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Nolvadex

Klinischer Überblick

Überblick

Tamoxifen (Handelsname Nolvadex u. a.) ist ein selektiver Estrogenrezeptor-Modulator (SERM), der seit den 1970er-Jahren in der Onkologie eingesetzt wird. Es gehört zu den am besten untersuchten anti-estrogenen Arzneimitteln und wird primär zur Behandlung und Prävention von hormonrezeptorpositivem Mammakarzinom sowie zur Reduktion des Rezidivrisikos nach Brustkrebs verwendet. Daneben existieren etablierte und Off‑Label-Anwendungen, z. B. Behandlung oder Prophylaxe von gynäkomastiebedingten Symptomen bei Männern sowie in bestimmten Fällen der Fruchtbarkeitsmedizin.

Tamoxifen zeichnet sich pharmakologisch dadurch aus, dass es als Estrogenrezeptor-Antagonist in Brustgewebe wirkt, in anderen Geweben (z. B. Knochen, Uterus) jedoch teilweise agonistische Effekte zeigt. Diese Gewebe‑selektive Wirkung ist die Grundlage des therapeutischen Nutzens und der spezifischen Sicherheitsaspekte dieses Wirkstoffs.

Chemische Eigenschaften

  • Chemische Bezeichnung (IUPAC, Base): (Z)-2-[4-(1,2‑diphenylbut-1-enyl)phenoxy]-N,N‑dimethylethanamin
  • Chemische Formel: C26H29NO
  • Molekulargewicht: 371,52 g·mol−1
  • CAS-Nummer:
    • Tamoxifen (Base): 10540‑29‑1
    • Tamoxifencitrat (häufig verwendete Salzform): 54965‑24‑1
  • Erscheinungsbild: Weiße bis fast weiße kristalline Substanz (je nach Form und Reinheit)
  • Löslichkeit: Praktisch unlöslich in Wasser, löslich in organischen Lösungsmitteln; als Citratsalz verbesserte Löslichkeit für orale Formulierungen
  • Handelsnamen: Nolvadex (Eli Lilly), Tamofen, Soltamox, Istubal u. a. (Marken und Verfügbarkeit variieren regional)

Tabelle – Wichtige physikochemische Parameter

Parameter Wert
Summenformel C26H29NO
Molekulargewicht 371,52 g·mol−1
pKa keine für die neutralen aromatischen Systeme; Amin-Stickstoff basisch (pKa der protonierten Form liegt im basischen Bereich)
LogP hoch (lipophil), was zur hohen Gewebeverteilung beiträgt
Formulierung orale Tabletten (häufig als Citratform), seltener suspensionen oder kompakte Präparate

Wirkmechanismus

Tamoxifen ist ein SERM mit komplexen, gewebespezifischen Effekten am Estrogenrezeptor (ER). Wesentliche Aspekte des Wirkmechanismus:

  • Rezeptorbindung:
    • Tamoxifen und seine aktiven Metaboliten (insbesondere 4‑Hydroxytamoxifen und Endoxifen) binden kompetitiv an ERα und ERβ.
    • Die Bindung führt zu einem konformationellen Wechsel des Rezeptors, der die Rekrutierung unterschiedlicher Co‑Regulatoren (Co‑Aktivatoren vs. Co‑Repressoren) beeinflusst.
  • Gewebespezifische Aktivität:
    • In Brustgewebe wirken Tamoxifen/Metaboliten überwiegend als ER‑Antagonisten: Hemmung der estrogengesteuerten Genexpression und damit Hemmung östrogenabhängigen Tumorwachstums.
    • In Knochen wirkt Tamoxifen agonistisch, was zum Erhalt oder zur Verbesserung der Knochenmineraldichte beitragen kann.
    • Im Endometrium zeigt Tamoxifen eine teilweise agonistische Wirkung, die mit einer erhöhten Proliferation und einem moderat erhöhten Risiko für Endometriumhyperplasie oder -karzinom assoziiert ist.
  • Metabolisierung und aktive Metaboliten:
    • Tamoxifen ist ein Prodrug‑like Wirkstoff; die hepatische Biotransformation über Cytochrom‑P450‑Isoenzyme (CYP3A4, CYP2D6 u. a.) führt zu aktiven Metaboliten.
    • Endoxifen (N‑Desmethyltamoxifen → 4‑Hydroxy) und 4‑Hydroxytamoxifen besitzen eine deutlich höhere Affinität zum ER und tragen wesentlich zur klinischen Wirksamkeit bei.
  • Pharmakodynamik:
    • Die anti‑tumorale Wirkung manifestiert sich in der Regel durch Reduktion der Tumorproliferation, Induktion von Apoptose und Hemmung der Östrogen‑abhängigen Signalwege.

Medizinische Informationen

Indikationen (ausgewählte, indikationsabhängig regional unterschiedlich zugelassen):

  • Behandlung des hormonrezeptorpositiven Mammakarzinoms (adjuvante Therapie, neoadjuvant bei bestimmten Indikationen und metastasiertem Brustkrebs).
  • Risikoreduktion von invasivem Mammakarzinom bei Frauen mit hohem Brustkrebsrisiko.
  • Behandlung von gynäkomastie (off‑label) und bestimmten hormonabhängigen Erkrankungen.
  • In der Reproduktionsmedizin wurde Tamoxifen (historisch und in bestimmten Protokollen) zur Induktion der Ovulation eingesetzt; hier ist Letrozol heute oft bevorzugt.

Dosierung (typische Richtwerte; individuell anzupassen):

  • Adjuvante Therapie nach Brustkrebs: üblicherweise 20 mg oral einmal täglich über 5–10 Jahre (Abhängigkeit von Tumorcharakteristika und aktuellen Leitlinien).
  • Metastasiertes Mammakarzinom: 20–40 mg/Tag; in Einzelfällen höhere Dosen unter onkologischer Überwachung.
  • Gynäkomastie (Off‑Label): oft 10–20 mg/Tag über mehrere Wochen bis Monate, abhängig von Ansprechen und Nebenwirkungen.

Besondere Patientengruppen:

  • Postmenopausale Frauen: Aromatasehemmer sind bei älteren Frauen mit ER‑positivem Brustkrebs häufig Alternative; Tamoxifen bleibt jedoch indiziert, wenn Aromatasehemmer nicht geeignet sind.
  • Prämenopausale Frauen: Tamoxifen ist Standardoption zur adjuvanten Therapie; in Kombination mit Ovarialfunktion­sunterdrückung bei hohem Risiko.

Therapiedauer:

  • Klassisch 5 Jahre, neuere Daten unterstützen in bestimmten Fällen 10 Jahre adjuvante Therapie zur weiteren Reduktion des Rezidivrisikos. Entscheidung abhängig von individuellen Risikofaktoren.

Wirkbeginn und Wirkdauer:

  • Klinische Effekte auf Tumorprogression und Risikoreduktion benötigen Wochen bis Monate; vollständiger Nutzen entfaltet sich über Jahre.
  • Tamoxifen und seine Metaboliten akkumulieren, lange Halbwertszeiten (Parent: mehrere Tage; Metaboliten oft noch länger), was zu anhaltender Wirkung nach Therapiebeendigung führen kann.

Sicherheitsprofil

Häufige Nebenwirkungen:

  • Hitzewallungen, nächtliche Schweißausbrüche
  • Menstruationsstörungen, Vaginalblutungen (bei Postmenopausalen besonders relevant)
  • Müdigkeit, Übelkeit, Hautausschläge
  • Gewichtsschwankungen, Libidoveränderungen

Schwerwiegende Risiken:

  • Thromboembolische Ereignisse: Erhöhtes Risiko für tiefe Venenthrombosen (TVT), Lungenembolien und ischämische Schlaganfälle; Risiko gilt besonders bei gehäuften Gefäßrisikofaktoren (Alter, Adipositas, Rauchen, Thrombophilien).
  • Endometriumkarzinom: Leicht erhöhtes Risiko für Endometriumhyperplasie und -karzinom durch agonistische uterine Effekte; regelmäßige gynäkologische Kontrollen empfohlen.
  • Katarakt und andere augenärztliche Befunde: Erhöhte Häufigkeit von Katarakten und Veränderungen der Netzhaut beschrieben; ophthalmologische Überwachung bei Symptomen.
  • Hepatotoxizität: Seltene Fälle von Leberfunktionsstörungen und Lebertumoren (Tierdaten) – klinisch selten, aber Leberwerteüberwachung bei Verdacht empfohlen.

Kontraindikationen:

  • Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Tamoxifen oder Hilfsstoffen
  • Aktive venöse thromboembolische Erkrankung (relative Kontraindikation); akute oder jüngst aufgetretene Thrombose erfordert Abwägung
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Tamoxifen ist teratogen und kontraindiziert; Frauen im gebärfähigen Alter benötigen eine effektive Kontrazeption während und für einen empfohlenen Zeitraum nach Therapieende.

Wechselwirkungen:

  • CYP2D6‑Inhibitoren (z. B. bestimmte SSRI wie Paroxetin, Fluoxetin) können die Umwandlung zu aktiven Metaboliten (insbesondere Endoxifen) reduzieren und somit die Wirksamkeit von Tamoxifen vermindern.
  • CYP3A4‑Induktoren/‑Inhibitoren können Metabolisierung und Plasmaspiegel beeinflussen.
  • Kombinierte Einnahme mit Östrogenen (z. B. Hormonersatztherapie) kann die antitumorale Wirkung reduzieren.
  • Klinische Überwachung und ggf. Anpassung/Wechsel von Ko-Medikationen sind erforderlich.

Überwachung und Vorsichtsmaßnahmen:

  • Regelmäßige klinische Kontrollen, Brustuntersuchungen und bildgebende Kontrollen (Mammographie) wie medizinisch indiziert.
  • Gynäkologische Untersuchung und Abklärung von vaginalen Blutungen (Transvaginaler Ultraschall, ggf. Endometriumbiopsie) bei postmenopausalen Frauen.
  • Vorsicht bei Patienten mit Thromboserisiko; Risiko‑Nutzen-Abwägung.
  • Bei Patienten, die SSRIs benötigen, Auswahl von Substanzen mit geringem CYP2D6‑Inhibitorpotential (z. B. Citalopram, Sertralin) empfiehlt sich.

Schwangerschaft und Stillzeit:

  • Tamoxifen ist teratogen in Tiermodellen; in der Schwangerschaft kontraindiziert. Stillende Frauen sollten nicht behandelt werden, da Tamoxifen in die Muttermilch übergeht.

Rechtsstatus

  • Tamoxifen ist in den meisten Ländern als verschreibungspflichtiges Arzneimittel (Rx) zugelassen.
  • Zulassungsumfang und Indikationen können regional variieren (z. B. Zulassung als adjuvante Therapie, zur Metastasenbehandlung, zur Risikoreduktion). Die genaue Indikationsstellung richtet sich nach nationalen Zulassungsbehörden und Leitlinien (z. B. Onkologie‑Leitlinien).
  • Off‑Label‑Verwendungen (z. B. Behandlung von Gynäkomastie, Ovulationsinduktion in speziellen Protokollen) sind in der klinischen Praxis verbreitet, erfordern jedoch eine informierte Einwilligung des Patienten und ärztliche Begründung.
  • In Forschung und klinischen Studien wird Tamoxifen weiterhin untersucht, z. B. hinsichtlich optimaler Therapiedauer, kombinierten Behandlungsstrategien und genetischen Determinanten der Pharmakokinetik (z. B. CYP2D6‑Polymorphismen).

Zusammenfassung

Tamoxifen (Nolvadex) ist ein etablierter SERM mit zentraler Bedeutung in der Behandlung und Prävention von hormonrezeptorpositivem Brustkrebs. Seine Wirksamkeit beruht auf kompetitiver Hemmung des Estrogenrezeptors in Brustgewebe, während agonistische Effekte in anderen Organen medikamententypische Nebenwirkungen (z. B. erhöhtes Endometriumkarzinom‑ und Thromboembolierisiko) erklären. Die klinische Anwendung erfordert Abwägung von Nutzen und Risiken, Berücksichtigung von Wechselwirkungen (insbesondere CYP2D6‑Inhibitoren) sowie eine geeignete Überwachung während der Therapie. Tamoxifen ist in den meisten Ländern verschreibungspflichtig und wird durch umfangreiche klinische Datenlage gestützt.

science Chemische Eigenschaften

Nolvadex (Tamoxifen) Structure

2D-Struktur

CAS Number

tag

10540-29-1

PubChem ID

science
2733526 open_in_new

Molekularformel

science

C26H29NO

Molare Masse

science

371.5 g/mol

Halbwertszeit

science

5-7 Tage

Anabol/Androgen Verhältnis

science

N/A (SERM)

CAS Nummer

science

10540-29-1

PubChem ID

science

2733526

bolt Wirkmechanismus

Tamoxifen Citrat (Nolvadex) ist ein SERM. Es blockiert Östrogenrezeptoren im Brustgewebe (verhindert Gyno) und stimuliert LH/FSH für die PCT.

  • Gyno-Abwehr: Erste Verteidigungslinie gegen Gynäkomastie.
  • PCT-Basis: Essenziell für den Neustart des natürlichen Testosterons.
medical_information

IGF-1

Kann IGF-1-Spiegel leicht senken.

SENKT IGF-1

medication Dosierungsprotokoll

Erfahrungsstufe Tagesdosis Zyklusdauer
PCT 20-40 mg 4-6 Wochen
In der Kur 10-20 mg Nach Bedarf

* Nicht allein mit 19-Nors kombinieren (Prolaktin).

security Sicherheitsprofil

warning Häufige Nebenwirkungen

  • local_fire_department

    Hitzewallungen

    Häufige Nebenwirkung.

dangerous Schwere/Seltene Nebenwirkungen

  • visibility

    Sehkraft

    Seltene, aber mögliche Sehprobleme.

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Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient nur zu Informations- und Bildungszwecken. Er stellt keine medizinische Beratung dar.