Masteron Enantat
Klinischer Überblick
Überblick
Masteron Enantat (häufig bezeichnet als drostanolon enantat) ist ein synthetisches anaboles-androgenes Steroid (AAS), das strukturell von Dihydrotestosteron (DHT) abgeleitet ist. Es wurde entwickelt, um die anabolen Eigenschaften von DHT-Analoga zu nutzen, gleichzeitig aber eine verlängerte Wirkdauer durch Veresterung mit der Enantat-Kette zu erreichen. Historisch und pharmakologisch ist Masteron (in der Kurzester-Form Propionat verbreiteter) mit Anwendungen in der Onkologie assoziiert; die Enantat-Ester-Variante wird vor allem in Bodybuilding- und leistungsorientierten Kreisen erwähnt. Masteron Enantat taucht in der Fachliteratur und in Produkten von nichtregulierten Quellen auf, ist aber in vielen Ländern rechtlich als kontrollierte Substanz klassifiziert und von Sportorganisationen verboten.
Chemische Eigenschaften
- Chemische Bezeichnung: Drostanolon enantat (IUPAC-nah beschrieben: (5α)-2α-methyl-17β-hydroxy-androstan-3-on 17β-enantat)
- Summenformel: C27H42O3
- Molare Masse: ca. 414,62 g·mol−1
- Strukturmerkmale:
- Grundgerüst: Androstanderivat (DHT-ähnlicher Steroidkern)
- Modifikation: Methylgruppe in 2α-Position (2α‑Methyl), Ketonfunktion am C‑3-Atom (3‑on)
- Ester: Enantat‑(Enanthate) Ester an der 17β‑Hydroxygruppe, welcher die Lipophilie erhöht und die Freisetzungsgeschwindigkeit nach intramuskulärer Injektion verlangsamt
- Physikalisch-chemische Eigenschaften:
- Lipophile, ölige Substanz in Depotformulierungen
- Löslichkeit: praktisch unlöslich in Wasser, löslich in organischen Lösungsmitteln und Ölen
- Handelsnamen:
- Für drostanolon propionat war der Markenname Masteron (Schering) bekannt; die enantat-Form ist seltener als pharmazeutisches Standardprodukt und wird primär in nichtregulierten Präparaten oder Varianten ohne etablierten Markennamen angeboten.
Tabelle: Kurzüberblick chemischer Eigenschaften
| Eigenschaft | Wert / Beschreibung |
|---|---|
| Molekültyp | Androstanderivat (DHT‑Abkömmling) |
| Summenformel | C27H42O3 |
| Molare Masse | ~414,62 g·mol−1 |
| Wichtige Substituenten | 2α‑Methyl, 3‑Keton, 17β‑Enantat‑Ester |
| Physikalische Form | Ölige Lösung in Depotpräparaten |
| Wasserlöslichkeit | Praktisch unlöslich |
(Hinweis: genaue Spezifikationen pharmazeutischer Produkte können je nach Hersteller variieren.)
Wirkmechanismus
Masteron Enantat wirkt primär über die Aktivierung des Androgenrezeptors (AR). Die pharmakologische Wirkung lässt sich in mehrere Komponenten unterteilen:
- Androgenrezeptor-Agonismus:
- Drostanolon bindet an den intrazellulären Androgenrezeptor und moduliert die Genexpression androgenabhängiger Gene. Dadurch werden proteinstoffwechsel-assoziierte Prozesse beeinflusst, was Muskelproteinsynthese, Muskelmasse und Kraft beeinflussen kann.
- DHT‑Analog und fehlende Aromatisierung:
- Als DHT‑Derivat kann drostanolon nicht oder nur minimal zu Östrogenen aromatisiert werden. Dies reduziert östrogenvermittelte Nebenwirkungen wie Gynäkomastie und Wassereinlagerungen im Vergleich zu aromatisierbaren Steroiden (z. B. Testosteron, Nandrolon).
- Mögliche anti-östrogene und anti-catabolic Effekte:
- Durch die fehlende Aromatisierung und durch direkten Einfluss auf Stoffwechselwege kann eine definierende, „härtere“ Körperkomposition gefördert werden; klinisch wird dies als Reduktion subkutaner Wasserretention beschrieben.
- Wechselwirkungen mit anderen Hormonachsen:
- Wie andere exogene Androgene unterdrückt drostanolon die endogene Hypothalamus‑Hypophysen‑Gonaden (HHG)-Achse durch negative Rückkopplung, was zu verminderten körpereigenen Testosteronspiegeln führen kann.
- Progestogene Aktivität:
- Drostanolon zeigt nur geringe bis keine signifikante progestogene Wirkung; dennoch können komplexe Wechselwirkungen mit Rezeptorsystemen auftreten, die individuell variieren.
Pharmakokinetik:
- Enantatester verlängern die Depotfreisetzung nach intramuskulärer Injektion, was zu weniger häufigen Injektionsintervallen im Vergleich zur Propionatform führt.
- Nach Freisetzung des Enantatesters wird das aktive Molekül drostanolon systemisch verfügbar.
- Literaturangaben zu Halbwertszeiten variieren, typischerweise führt Enantat‑Ester zu einer länger anhaltenden Wirksamkeit über mehrere Tage bis Wochen (abhängig von Dosis, Verabreichungsart und individuellen Faktoren).
Medizinische Informationen
Historische und mögliche therapeutische Anwendungen:
- Drostanolon (insbesondere als Propionat) wurde ursprünglich in den 1960er–1970er Jahren in der Onkologie eingesetzt, hauptsächlich zur palliativen Behandlung bestimmter Formen von Brustkrebs bei postmenopausalen Frauen. Durch seine androgenen Eigenschaften konnte es in einigen Fällen die Tumorprogression bremsen.
- Die Enantatform war klinisch weniger etabliert; die Propionatform war das registrierte Präparat (Masteron). Heute sind zugelassene therapeutische Anwendungen von drostanolon in vielen Regionen eingeschränkt oder entfallen weitgehend, da modernere und effektivere Therapien für Brustkrebs entwickelt wurden.
- Gegenwärtig existiert kein breiter, evidenzbasierter Einsatz von Masteron Enantat in standardisierten Leitlinien; klinische Anwendung ist selten und meist historischen Ursprungs.
Nicht‑medizinische Verwendung:
- Drostanolon ist in Bodybuilding- und Fitnesskreisen bekannt für seine Verwendung in „Definitions“- oder „Cuts“-Phasen, da es die Wassereinlagerung reduziert und Muskelhärte fördern kann. Solche Anwendungen sind jedoch außerhalb regulierter medizinischer Indikationen und mit relevanten gesundheitlichen und rechtlichen Risiken verbunden.
Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen:
- Aktive Brust‑ oder Prostatakarzinome mit androgenempfindlichem Wachstum (kontraindiziert bei Männern mit Prostatakarzinom oder erhöhtem Risiko).
- Schwere Herz‑, Leber‑ oder Nierenfunktionsstörungen; bei Lebererkrankungen sollte besondere Vorsicht geboten sein, obwohl drostanolon nicht 17α‑alkyliert ist (mehr dazu im Sicherheitsprofil).
- Schwangerschaft und Stillzeit: Androgene können fetale Virilisierung verursachen und sind kontraindiziert.
Sicherheitsprofil
Masteron Enantat teilt viele Sicherheitsaspekte mit anderen anabolen-androgenen Steroiden, weist jedoch spezifische Unterschiede auf aufgrund seiner DHT‑Abstammung und fehlenden Aromatisierung:
Häufige und erwartbare Nebenwirkungen:
- Virilisierung (bei Frauen): Tiefe Stimme, Hirsutismus, Akne, Klitorisvergrößerung, Menstruationsstörungen. Diese Effekte können teilweise irreversibel sein.
- Androgene Nebenwirkungen bei Männern: Akne, vermehrte Körperbehaarung, Verschlechterung einer androgenetischen Alopezie (erblich bedingter Haarausfall).
- Unterdrückung der endogenen Testosteronproduktion durch negative Rückkopplung der HHG‑Achse; dies kann nach Absetzen zu hypogonadalen Symptomen führen.
- Kardiovaskuläre Effekte: Ungünstige Veränderungen des Lipidprofils (z. B. Senkung des HDL‑Cholesterins, Erhöhung des LDL‑Cholesterins) können das kardiovaskuläre Risiko erhöhen. Langfristige Nutzung wird mit erhöhtem Risiko für Atherosklerose und koronarer Herzerkrankung assoziiert.
- Hepatische Auswirkungen: Im Gegensatz zu 17α‑alkylierten oralen Steroiden ist drostanolon nicht stark lebertoxisch; dennoch sind Leberfunktionstests bei regelmäßiger Anwendung ratsam, da auch injizierbare Steroide indirekte Leberbelastungen und seltene hepatotoxische Effekte verursachen können.
- Injektionsbedingte Probleme: Lokale Reaktionen, Schmerzen am Injektionsort, sterile oder nicht‑sterile Abszesse bei unsachgemäßer Injektionstechnik oder kontaminierten Präparaten.
- Psychiatrische Effekte: Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Aggressivität und depressive Verstimmungen sind beschrieben; bei Prädisposition können schwerwiegende Verhaltensänderungen auftreten.
Seltene, aber ernsthafte Risiken:
- Störungen des Lipidstoffwechsels mit langfristiger kardiovaskulärer Morbidität.
- Potenzielle negative Effekte auf Nierenfunktion bei langfristigem Missbrauch in Kombination mit anderen Substanzen.
- Bei Frauen mögliche dauerhafte Virilisationszeichen.
Überwachung und Management:
- Bei medizinischer Anwendung sollten regelmäßige Laboruntersuchungen erfolgen: Hormonprofile (Testosteron, LH, FSH), Leberfunktionstests, Lipidprofil, Nierenwerte sowie klinische Überwachung auf Zeichen von Virilisierung oder kardiovaskulären Problemen.
- Nach Absetzen kann eine medizinische Evaluierung zur Beurteilung der Wiederherstellung der HHG‑Achse erforderlich sein; in therapeutischem Kontext können endokrinologische Maßnahmen indiziert sein.
Wichtig: Jegliche Anwendung außerhalb einer indizierten, ärztlich überwachten Therapie birgt erhebliche gesundheitliche und rechtliche Risiken. Diese Darstellung dient der Information und nicht als Anleitung zur Anwendung.
Rechtsstatus
Der Rechtsstatus von Masteron Enantat variiert international, folgt jedoch einem gemeinsamen Muster: drostanolon und verwandte anabole Steroide sind in vielen Ländern regulierte Substanzen.
- Deutschland / EU:
- Anabole Steroide unterliegen in vielen europäischen Ländern dem Arzneimittelrecht und teils dem Betäubungsmittel- bzw. Suchtmittelrecht. Herstellung, Vertrieb und Besitz ohne Genehmigung können straf- oder verwaltungsrechtlich verfolgt werden. Die Verschreibung und Abgabe erfolgen in regulären medizinischen Indikationen durch berechtigte Ärzte bzw. Apotheken nur, wenn ein zugelassenes Präparat vorliegt.
- Vereinigte Staaten:
- Anabole Steroide (einschließlich drostanolon) sind dort als kontrollierte Substanzen (Schedule III) eingestuft. Besitz und Vertrieb ohne Rezept sind strafbar; veränderte Formulierungen wie Enantat-Varianten, die nicht regulär zugelassen sind, sind ebenfalls illegal.
- Internationaler Sport:
- Die World Anti‑Doping Agency (WADA) verbietet alle anabolen-androgenen Steroide in- und außerhalb des Wettkampfs. Drostanolon und seine Esterfallen unter die verbotenen Substanzenlisten; Personen, die leistungsorientierte Sportarten betreiben, riskieren Sanktionen bei Nachweis.
- Sonstige Bemerkungen:
- Da Masteron Enantat häufig in nichtregulierten Quellen (z. B. „Underground Labs“) zirkuliert, bestehen zusätzliche Risiken hinsichtlich Produktreinheit, Dosiskonsistenz und Kontamination. Produkte aus nicht-regulierten Quellen sind häufig illegal und potenziell gefährlich.
Rechtliche Hinweise:
- Personen sollten sich vor jeder Verwendung exogener Hormone über die rechtliche Situation in ihrem Land informieren und medizinischen Rat einholen.
- Die hier gegebenen Informationen stellen keine Rechtsberatung dar.
Zusammenfassung:
Masteron Enantat (drostanolon enantat) ist ein länger wirkendes DHT‑abgeleitetes anaboles-androgenes Steroid mit nicht aromatisierender Eigenschaft und einem primär androgenrezeptorvermittelten Wirkmechanismus. Historisch wurde drostanolon in der Onkologie verwendet; heute ist die therapeutische Verwendung eingeschränkt und in vielen Ländern rechtlich reguliert. Klinisch relevante Sicherheitsaspekte umfassen virilisierende Wirkungen, Suppression der endogenen Testosteronproduktion, negative Effekte auf das Lipidprofil und potenzielle kardiovaskuläre Risiken. Wegen rechtlicher Restriktionen, gesundheitlicher Gefahren und fehlender Indikationslage außerhalb spezieller medizinischer Kontexte wird von nichtmedizinischer Nutzung abgeraten.
science Chemische Eigenschaften
2D-Struktur
Molekularformel
scienceC27H42O3
Molare Masse
science414.6 g/mol
Halbwertszeit
science10.5 Tage
Anabol/Androgen Verhältnis
science88:44
bolt Wirkmechanismus
Drostanolon Enantat ist die länger wirksame Version von Masteron. Es ermöglicht weniger häufige Injektionen bei gleicher härtender Wirkung.
- Komfort: Ein- oder zweimal wöchentlich injizieren.
- Kosmetisch: Verleiht dem Körper einen polierten Look.
Cholesterin
Lipidprofil regelmäßig überwachen.
medication Dosierungsprotokoll
| Erfahrungsstufe | Tagesdosis | Zyklusdauer |
|---|---|---|
| Standard | 400-600 mg | 10-12 Wochen |
* Gleicher Wirkstoff wie Propionat, besserer Zeitplan.
security Sicherheitsprofil
warning Häufige Nebenwirkungen
-
content_cut
Haarausfall
Risiko für Haarausfall.
-
psychology
Aggression
Kann Aggression/Antrieb steigern.
dangerous Schwere/Seltene Nebenwirkungen
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Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient nur zu Informations- und Bildungszwecken. Er stellt keine medizinische Beratung dar.