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Clomid

Klinischer Überblick

Überblick

Clomid (Wirkstoff: Clomifen, international oft als clomiphene citrate bezeichnet) ist ein selektiver modulator des Östrogenrezeptors (SERM), der seit mehreren Jahrzehnten in der Reproduktionsmedizin eingesetzt wird. Primär wird Clomifen zur Induktion des Eisprungs (Ovulation) bei Frauen mit anovulatorischen Störungen verwendet, insbesondere bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS). Zusätzlich finden sich off-label-Anwendungen, etwa zur Behandlung bestimmter Formen der männlichen Hypogonadismus und als Teil von „Post‑Cycle‑Therapies“ bei Anwendern anaboler Androgene. Clomifen ist in Form von oralen Tabletten verfügbar und wirkt durch antagonistische und teilweise agonistische Effekte an Östrogenrezeptoren in zentralen (hypothalamisch‑hypophysären) und peripheren Geweben.

Chemische Eigenschaften

  • Chemischer Name: Clomifen citrate (häufig verwendete Formulierung); Wirkstoff ist eine Mischung stereoisomerer Triphenylethylen‑Derivate (Enclomifen und Zuclomifen)
  • Summenformel (Wirkstoff als Clomifen‑Base): C26H28ClNO
  • Molare Masse (Clomifen‑Base): ca. 405,96 g·mol−1
  • Salzform: Citrat‑Salz (clomiphene citrate) wird pharmakologisch genutzt
  • Strukturmerkmale:
    • Triphenylethylen‑Gerüst, verwandt mit anderen SERMs (z. B. Tamoxifen)
    • Enthält einen chlorsubstituierten Phenylring und eine dimethylaminoethenyl-Seitenkette
  • Stereochemie:
    • Clomifen besteht aus zwei stereoisomeren Komponenten: Enclomifen (E‑Isomer) und Zuclomifen (Z‑Isomer)
    • Enclomifen wird überwiegend mit anti‑östrogenen zentralen Effekten assoziiert; Zuclomifen hat tendenziell stärker agonistische periphere Aktivität
  • Physikalische Eigenschaften:
    • Clomifen‑Citrat ist in Wasser mäßig löslich; lipophilere Eigenschaften durch das Aromatengerüst
  • Formulierungen: orale Tabletten mit typischen Einzelgaben von 25 mg oder 50 mg Clomifen‑Citrat pro Tablette

Tabelle: Kerndaten

Eigenschaft Wert
Wirkstoff Clomifen (Clomiphene citrate)
Chemische Klasse Triphenylethylen‑SERM
Summenformel (Base) C26H28ClNO
Molare Masse ca. 405,96 g·mol−1
Formulierungen Tabletten (25 mg, 50 mg)
Isomere Enclomifen (E), Zuclomifen (Z)

Wirkmechanismus

Clomifen wirkt primär als selektiver Modulator des Östrogenrezeptors (SERM) mit unterschiedlichen Wirkungen in verschiedenen Geweben:

  • Zentrale Wirkungen (Hypothalamus/Hypophyse):

    • Clomifen bindet an Östrogenrezeptoren im Hypothalamus und wirkt dort überwiegend als Östrogenantagonist.
    • Durch diese antagonistische Wirkung wird die negative Rückkopplung von endogenem Östrogen auf die Gonadotropin‑freisetzende Achse aufgehoben bzw. reduziert.
    • Ergebnis ist eine gesteigerte Sekretion von Gonadotropin‑Releasing‑Hormone (GnRH) und in der Folge erhöhtes luteinisierendes Hormon (LH) und follikelstimulierendes Hormon (FSH) aus der Hypophyse.
    • Die gesteigerten Gonadotropinspiegel fördern das Follikelwachstum im Ovar und können zum Eisprung führen.
  • Periphere Wirkungen:

    • In manchen peripheren Geweben kann Clomifen als partieller Östrogenagonist wirken. Der relative Anteil antagonistischer vs. agonistischer Effekte hängt vom Isomer‑Profil (E/Z) und vom Gewebe ab.
    • Zuclomifen (Z‑Isomer) zeigt im Vergleich zum Enclomifen (E‑Isomer) stärkere agonistische Aktivität.
  • Pharmakokinetik (Kurzüberblick):

    • Orale Bioverfügbarkeit: gut; Clomifen wird enteral resorbiert.
    • Metabolismus: hepatisch, über mehrere Metaboliten. Die Isomere weisen unterschiedliche Halbwertszeiten auf; Zuclomifen hat eine längere Halbwertszeit und kann sich akkumulieren.
    • Eliminierung: überwiegend hepatobiliär; Ausscheidung von Metaboliten im Stuhl und Urin.
    • Die lange Eliminationszeit insbesondere des Zuclomifen‑Isomers ist klinisch relevant für Wirkung und Nebenwirkungsdauer.

Medizinische Informationen

Indikationen:

  • Hauptindikation: Induktion des Eisprungs bei Frauen mit anovulatorischer Infertilität (z. B. bei PCOS), bei Frauen mit intakter Hypothalamus‑Hypophysen‑Ovar‑Achse.
  • Weitere Anwendungen (Off‑label): Behandlung bestimmter Formen des männlichen Hypogonadismus (zur Erhöhung von LH/FSH und endogener Testosteronproduktion), Testosteron‑Erhalt nach Anabolika‑Zyklen („Post‑Cycle Therapy“), Adjuvante Therapie bei einigen Unfruchtbarkeitskonstellationen.

Kontraindikationen:

  • Bekannte Überempfindlichkeit gegen Clomifen oder Bestandteile der Formulierung.
  • Schwangerschaft (teratogenes Risiko unbekannt; Clomifen darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden).
  • Vaginale Blutungen ungeklärter Ätiologie.
  • Unbehandelbare Lebererkrankungen oder schwere Leberfunktionsstörungen.
  • Östrogenempfindliche Tumoren (z. B. Brustkrebs, Östrogenrezeptor‑positiver Tumor).
  • Unkontrollierte Schilddrüsenerkrankung oder Nebenniereninsuffizienz (müssen vor Therapie kontrolliert werden).

Dosierung und Anwendungsregime:

  • Gängige Standarddosierung zur Ovulationsinduktion: 50 mg täglich über 5 Tage (z. B. Tag 3–7 oder Tag 5–9 des Menstruationszyklus). Bei unzureichender Reaktion kann die Dosis zyklusweise schrittweise auf bis zu 100–150 mg/Tag erhöht werden, wobei das Gesamtrisiko für Nebenwirkungen und Mehrlingsschwangerschaften steigt.
  • Zyklusüberwachung: Sonographie der Ovarien und Serumhormonbestimmungen (LH, FSH, Estradiol) werden bei Bedarf zur Überwachung des Follikelwachstums und zur Risikominimierung eingesetzt.
  • Dauer der Therapie: Sollte in der Regel nach 3–6 Zyklen ohne Ansprechen überdacht und ggf. alternative Therapien erwogen werden.
  • Männliche Anwendung (off‑label): Dosierungen variieren (typischerweise 25–50 mg jeden zweiten Tag oder täglich über Wochen bis Monaten) mit Monitorings von LH, FSH, Testosteron und Spermiogramm.

Erfolgsaussichten:

  • Ovulationsraten bei geeigneten Patientinnen liegen häufig bei 70–80 %, Schwangerschaftsraten pro Zyklus sind niedriger und variieren mit Ursache der Infertilität, Alter und therapieller Überwachung.
  • Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft (vor allem Dizygotie) ist im Vergleich zur natürlichen Basis erhöht (ca. 5–10 % im Gegensatz zu etwa 1–2 % natürlich).

Sicherheitsprofil

Nebenwirkungen (häufigere und wichtige):

  • Hitzewallungen (am häufigsten, bedingt durch anti‑östrogene Wirkung zentral)
  • Abdominale Beschwerden, Übelkeit, Magenverstimmung
  • Brustspannen und -veränderungen
  • Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit
  • Sehstörungen (z. B. verschwommenes Sehen, Skotome, Lichtempfindlichkeit) — bei Auftreten visueller Symptome ist die Therapie zu unterbrechen; in einigen Fällen reversibel, aber selten persistierend
  • Gewichtszunahme oder -schwankungen

Schwerwiegende, aber seltener auftretende Risiken:

  • Ovariales Überstimulationssyndrom (OHSS): Bei intensivem Follikelwachstum kann es zu einer starken Ovarvergrößerung, Flüssigkeitsverschiebungen, Aszites, Thromboembolien und hämodynamischen Komplikationen kommen. Das Risiko ist bei exzessivem E2‑Anstieg, sehr vielen Follikeln oder bei Kombination mit anderen Stimulationstechniken erhöht.
  • Mehrlingsschwangerschaften: erhöhtes Risiko für dichoriale/dizygote Mehrlingsschwangerschaften mit entsprechenden maternalen und fetalen Risiken.
  • Thromboembolische Ereignisse: selten, aber möglich, insbesondere bei bestehender Thromboembolie‑Vorgeschichte oder Risikofaktoren.

Wechselwirkungen:

  • Clomifen wird primär hepatisch metabolisiert; potenzielle Interaktionen mit Medikamenten, die hepatische Enzyme modulieren, sind möglich.
  • Kombination mit anderen ovulationsauslösenden Präparaten (z. B. Gonadotropinen) erhöht das Risiko für OHSS und Mehrlinge und erfordert enges Monitoring.
  • Medikamente, die den Östrogenstoffwechsel oder die Hormonachsen beeinflussen, können die Wirksamkeit verändern.

Überwachung:

  • Vor Beginn: vollständige gynäkologische Anamnese, Hormonstatus (TSH, Prolaktin, Basal‑FSH/Estradiol), Sonographie der Ovarien, Ausschluss struktureller Ursachen der Infertilität.
  • Während Therapie: klinische Kontrolle, ggf. Ultraschallüberwachung der Follikulogenese, bei Männern Hormon‑ und Spermiogrammkontrollen.
  • Bei Nebenwirkungen wie Sehstörungen oder Anzeichen von OHSS sofortige Abklärung und Abbruch der Therapie.

Spezielle Populationen:

  • Schwangerschaft: Clomifen ist kontraindiziert während der Schwangerschaft. Nach erfolgreicher Empfängnis wird das Arzneimittel abgesetzt.
  • Stillzeit: Begrenzte Daten; Anwendung während der Stillzeit ist nicht empfohlen, da Clomifen in die Muttermilch übergehen kann und die Laktation beeinträchtigen kann.
  • Leberinsuffizienz: Vorsicht geboten; schwere Lebererkrankungen kontraindizieren die Anwendung.

Rechtsstatus

  • Generell ist Clomifen in den meisten Ländern verschreibungspflichtig und darf nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden. Die rechtliche Einstufung ist in der Regel als verschreibungspflichtiges Medikament für reproduktionsmedizinische Indikationen.
  • Zulassungsumfang:
    • Viele nationale Arzneibuchzulassungen (z. B. in Europa, Nordamerika und anderen Regionen) sehen die Indikation „Induktion des Eisprungs bei anovulatorischer Infertilität“ vor.
    • Off‑label‑Nutzungen (z. B. männlicher Hypogonadismus, Post‑Cycle‑Therapie bei Anabolika‑Nutzern) sind verbreitet, aber nicht überall durch Zulassungsstudien gedeckt und sollten nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung erfolgen.
  • Sport und Doping:
    • Clomifen steht auf der Liste verbotener Substanzen bestimmter Anti‑Doping‑Organisationen (z. B. WADA) in bestimmten Kontexten (u. a. als Maskierungs- oder Hormonmodulator bei Athleten). Athleten sollten sich über die Dopingrelevanz informieren.
  • Verfügbarkeit:
    • Handelspreise, Markennamen (z. B. Clomid ist ein bekannter Markenname, weitere Generika und Handelsnamen existieren international) und Verfügbarkeit variieren je nach Land. In vielen Ländern werden sowohl Markenpräparate als auch Generika angeboten.

Hinweis zur sachgerechten Anwendung und klinischen Entscheidungsfindung:

  • Die Indikation, Dosierung und das Monitoring sollten individuell erfolgen und sich an Leitlinien (z. B. nationale reproduktionsmedizinische Leitlinien) orientieren.
  • Vor der Anwendung ist eine umfassende Aufklärung über Nutzen, Risiken, Nebenwirkungen und Alternativen erforderlich — insbesondere über das Risiko Mehrlingsschwangerschaft und OHSS.
  • Bei unerwünschten Wirkungen oder unklaren Symptomen (insbesondere visuelle Störungen oder Anzeichen einer OHSS) ist sofortige ärztliche Konsultation notwendig.

Quellenhinweis:

  • Die in diesem Text dargestellten Informationen basieren auf allgemein anerkannten pharmakologischen Konzepten, klinischen Leitlinien und publizierten Daten der Reproduktionsmedizin. Konkrete Produktspezifikationen, Packungsbeilagen und nationale Leitlinien sollten zusätzlich konsultiert werden, um länderspezifische Angaben zu Dosierung und Zulassung zu erhalten.

(Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzt nicht die Beratung durch medizinisches Fachpersonal.)

science Chemische Eigenschaften

Clomid (Clomifen) Structure

2D-Struktur

CAS Number

tag

50-41-9

PubChem ID

science
2808 open_in_new

Molekularformel

science

C26H28ClNO

Molare Masse

science

406.0 g/mol

Halbwertszeit

science

5-7 Tage

Anabol/Androgen Verhältnis

science

N/A (SERM)

CAS Nummer

science

50-41-9

PubChem ID

science

2808

bolt Wirkmechanismus

Clomiphen Citrat (Clomid) ist ein SERM, das speziell verwendet wird, um die Hypophyse zur Freisetzung von Gonadotropinen (LH und FSH) anzuregen.

  • Neustart: Stärkere HPTA/LH-Stimulation als Nolvadex.
  • Fruchtbarkeit: Klinisch genutzt zur Erhöhung der Spermienzahl.
medical_information

Sicht

Sofort stoppen bei Veränderungen des Sehens.

SICHT RISIKO

medication Dosierungsprotokoll

Erfahrungsstufe Tagesdosis Zyklusdauer
PCT 50 mg 4 Wochen

* Hohe Dosen (100mg+) verursachen mehr Nebenwirkungen ohne mehr Nutzen.

security Sicherheitsprofil

warning Häufige Nebenwirkungen

  • psychology

    Emotional

    Depression/Launenhaftigkeit sehr häufig.

dangerous Schwere/Seltene Nebenwirkungen

  • visibility

    Sehstörungen

    Permanente Floater bei hohen Dosen möglich.

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Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient nur zu Informations- und Bildungszwecken. Er stellt keine medizinische Beratung dar.